6. Treffen und Stammtisch in Horst (Holstein)

Horst (Holstein) ist eine Gemeinde im Kreis Steinburg und liegt an der Bundesautobahn 23 zwischen Itzehoe und Elmshorn und an der Eisenbahnlinie Hamburg - Kiel. Der Horstgraben und die Schwarzwasser fliessen durch das Gemeindegebiet, ebenso wie die Grüne Küstenstrasse.
Es reisten fünf Fahrzeuge mit insgesamt elf Personen an. Die Kennzeichen-Palette zeigte HEI (Heide), zweimal IZ (Itzehoe), MED (Meldorf) und PI (Pinneberg).

Durch einen puren Zufall fand ich den Gnadenhof Mohr in Horst (Holstein). Der Inhaber, Herr Johann Mohr, gewährte mir einen kurzen Rundgang und so kam ich auf die Idee, hier unser nächstes Treffen zu veranstalten. Herr Mohr war hiervon auch sehr angetan und meinte, er sorge dann für Kaffee und Kuchen.

Auf dem Hof in Horst haben rund 40 alte Trecker ihre vermutlich letzte Heimat gefunden. Der Grossteil der historischen Sammlung steht dicht gedrängt in einer grossen Halle. Begonnen hat Mohr mit dem Sammeln seiner Traktoren, als ihm bewusst wurde, "was für eine Bedeutung die Mechanisierung durch Trecker eigentlich hat". Tausende von Jahren hätten Landwirte die Zugkraft von Tieren genutzt, ehe die Vierbeiner binnen 30 Jahren durch Traktoren abgelöst worden seien. "Da habe ich mir gedacht: Diese alten Schmuckstücke muss man für die Nachwelt aufbewahren", so Mohr.

Zu den Schmuckstücken seiner Sammlung gehört ein Wurr Baujahr 1936. "Der läuft ganz leise", sagt Mohr. Angetrieben mit zwei Kolben in einem Zylinder wird er von einem 12,5-PS-Motor der Firma Junkers. Das gleiche Fabrikat sitzt im Heck eines Grams Lastkraftschleppers, der 1938 gebaut wurde. "Das ist vermutlich sogar inzwischen ein Unikat", erklärte Mohr. Der Universaltrecker konnte mähen, dreschen, Frachtgut und Menschen transportieren. Selten ist auch ein Fendt-Dieselross mit mechanischem Kraftheber. Gleich nebenan stehen Schlepper von Miag, Stock, Primus sowie Orenstein und Koppel, eine Firma, die während des Krieges MBA heissen musste. Der Zettelmeyer Z 1 von 1939 aus dem Nachbardorf hat immer noch Einschüsse im Kotflügel, die er sich während der letzten Kriegstage beim Milchfahren zuzog.

Weil der Platz knapp wurde, ist Mohr inzwischen auf kleinere Verkehrsmittel umgesattelt. Was wörtlich zu nehmen ist, denn seit einigen Jahren beherbergt sein Hof ein Fahrradmuseum.

Und diverse Automobile wie einen Janus (Hersteller Zündapp), einen DAF 66 Super Luxe Cabrio, (das einzige in Deutschland zugelassene Auto). In Holland wurden insgesamt 16 Stück umgebaut, aber nur dieses fand den Weg nach Deutschland. Und immer noch zugelassen, fahrtüchtig und mit TÜV. Einen VW, einen Volvo, einen Hansa (Hersteller Borgward), einen DKW Auto Union und und und.

Zudem viele kleine und grössere Fundstück aus den selben Jahren, angefangen von Auto-Magazinen, nützlichem Zubehör bis hin zu Fach-Literatur.

Ich denke, um sich hier wirklich alles anzusehen, braucht man bestimmt drei Tage. Und wenn Herr Mohr einen dann dabei noch begleitet, sicher zwei Wochen. Denn egal was man in Augenschein nimmt, er weiss zu wirklich jedem Teil eine Geschichte zu erzählen.

Die Kaffeetafel hatte Herr Mohr mitten in der grossen Treckerhalle eingedeckt. Umgeben von alle den Schmuckstücken genossen wir Kaffee und Kuchen. Wer wollte, bekam extra frischen Kakao oder ein Erfrischungsgetränk.

Ach, und natürlich möchte ich die lustigen Fahrräder nicht vergessen. Etwas sonderbare Modelle, die obendrein auch noch alle auf dem Hof genutzt werden durften und auch sollten. Wir hatten hiermit doch mächtigen Spass. Und es wurde viel gelacht.

Ich denke, wir haben hier alle einen tollen Nachmittag verlebt und haben viel "Neues" und "Kurioses" gesehen. Naja, wann hat man auch schon mal ein ganzes "Museum" für sich ganz alleine?

Fazit: Im Namen aller noch einmal vielen Dank an Herrn Mohr für dieses herrlichen Nachmittag.


Fotos sind wie immer unter Events