4. Stammtisch in Utecht mit Ausfahrt um den Schaalsee

Eisvogel, Musche-Bu-Bu-Wege, offene Scheunen und obendrein auch noch Sprit-Spar-Modus. Frank und Heike hatten definitiv nichts ausgelassen, um die Spannung so richtig anzuheizen.
Es reisten fünf Fahrzeuge mit insgesamt zehn Personen an. Die Kennzeichen-Palette zeigte diesmal HEI (Heide), PI (Pinneberg), PLÖ (Plön) und zweimal RZ (Ratzeburg).
Die Campower Strasse in Utecht war schnell gefunden und alle fuhren bei herrlichstem Wetter rechtzeitig an. Nach eigener Aussage hatte Franz seinem Computer zu Hause die genausten Fahrdaten und Zeiten entlockt und eigentlich hatte auch alles geklappt. Tja, aber es half nichts, die beiden waren trotzdem die letzten Anreisenden und bekamen ganz offiziell von Walter den (Wander-) Pokal für den Letzten überreicht. Aber ein bisschen stolz war Franz dann doch, schliesslich bekommt ja nicht jeder so einen Pokal verliehen. Und Ruth konnten wir auch schnell überzeugen, dass man die Pferde von der angrenzenden Weide nicht mitnehmen darf.
Der vermeintliche Eisvogel entpuppte sich nun auch sehr schnell zu einem kleinen netten und gemütlichen Landgasthof. Heike und Frank luden uns hier zu einem deftigen Frühstück mit allerlei lecker belegten Brötchen und Kaffee ein. Und die offenen Scheunen? - Damit waren natürlich die hungrigen Mäuler aller Beteiligten gemeint. Und ihr könnt euch sicher sein, alle wurden ausreichend gestopft.
Nun sollte es aber los gehen. Über normale Strassen, aber eben auch sogenannte Musche-Bu-Bu-Wege, also Fahrtrassen, die nicht unbedingt als wirkliche High-Speed-Strecken geeignet sind, ging es über Bäk zur Schönen Aussicht. Hier hatten wir die Gelegenheit, über den Domsee auf den Ratzeburger Dom zu schauen. Weiter ging es dann nach Seedorf. Hier besichtigten wir die St. Clemens-St. Katharinen-Kirche. Diese wurde im frühen 13. Jahrhundert errichtet. Der markante sechseckige Kirchturm wurde allerdings erst 1872 erbaut. Die Kirche verfügt über frühgotische Ausmalungen aus der Zeit von 1250/1260. Zudem lernte Anne, was eine Knochenkoppel, bzw. ein Gottesacker, ist. Weiter dann durch Ortschaften wie Zuckerhut und Grosszecher führte der Weg dann nach Zarrentin, zum Amt für das Biosphärenreservat Schaalsee, und noch genauer zum Pahlhuus. Hier konnten wir die Geschichte der Erde hautnah erleben, von Gang durch die Eiszeit mit ihren Gletschern, die bei jedem Schritt verdächtig knackten und ächzten. Und das alles ohne Schal und dicken Wintermantel. Bis hin zur Entstehung des Schaalsee und seiner mannigfaltigen Natur- und Tierwelt. Auch waren die Arbeitsbedingungen und Werkzeuge früherer Generationen ausgestellt. Ich möchte ja nicht lästern, aber die "Wasserspiele", von wegen wie entsteht eine Sturmflut, hat scheinbar allen sehr gefallen. Jedenfalls war da um das Schaubecken alles klitschnass. Wer da wohl so viel geforscht hat? - Aber nach so viel Forschertum hatte wir doch ein wenig Hunger und vor allem Kaffeedurst. Nach einem fast unendlichen Fussmarsch gelangten wir dann zum Sitz der Schaalseefischerei. Heike hatte zwar im Vorwege gesagt, nehmt euch Kühltaschen mit, falls jemand frischen Fisch mit nach Hause nehmen möchte, aber zu mehr als diversen Fischbrötchen langte es dann doch nicht. Im angrenzenden Café machten wir erneut Halt und genossen erstmal den heissen Kaffee. Und mancheiner musste zudem auch noch ein Eis haben. Anschliessend kam, was kommen musste, der beschwerliche und anstrengende Fussmarsch zurück zu den Fahrzeugen. Nach einer kleinen Irrfahrt, einmal Verfahren pro Tour ist Satz, ging es dann weiter vorbei an Techin nach Lassahn. Hier parkten wir unsere Autos auf dem Hof der Abunduskirche, deren Baubeginn auf etwa 1190 und 1250 geschätzt wird. Das Kirchengebäude war nicht zu besichtigen. Nein, der Weg führte uns zum Restaurant Seeblick, welches unteranderem über eine riesige Freitreppe verfügt. Von hier oben hat man einen herrlichen Blick über die ganze Landschaft. Wir sahen sogar zwei tanzende Kraniche und viele Rehe. Mit einem kleinen Zwischenstop am Dutzower See ging es dann nach Mustin. Zum Landgasthof Mustin am kleinen See. Das Team um Inhaberin Frau März hatte hier eine gar festliche Tafel eingedeckt und wir wurden mit sehr köstlichen Leckereien bewirtet und verwöhnt. Anne und Franz wollten gleich dort bleiben, denn dieser Landgasthof hat auch fünf Doppelzimmer. Selbst die fehlende Zahnbürste hätte Frau März gehabt, aber die Zimmer waren eh alle vermietet, denn nebenan war eine Hochzeitsgesellschaft. Mit allen Drum und Dran wie Fahrt im Ruderboot über den See, zig Luftballons mit Wunschzetteln und und und. Ach, Walter und Ruth entdeckten zusammen mit Gabriele eine seltsame Pflanze im Gras. Wie sich dann später herausstellte, war das die "Gemeine oder Gewöhnliche Wegwarte". Marcus und Babetté mussten leider gleich nach dem Essen los, denn daheim warteten schon die "Lütten", aber die zwei wollen auch nächstes Mal ganz sicher wieder mit von der Partie sein.
Naja, wie üblich wurde dann noch sehr viel auf den Parkplatz über alles Mögliche gefachsimpelt und geredet.
Was wäre da noch zu klären? - Ach ja, der Sprit-Spar-Modus. Nun, das ist ganz einfach. Denn während der gesamten Tour war eigentlich eine Geschwindigkeit oberhalb von 40 km/h kaum machbar.

Fazit: Frank und Heike haben sich mal wieder selbst übertroffen. Wirklich ganz klasse. Vielen Dank auch im Namen alle Beteiligten.

Bilder findet ihr unter Events.